2.a. Transzendentale Analytik– Verstand

„Die transzendentale Analytik ist die Zergliederung unserer gesamten Erkenntnisse a priori in die Elemente der reinen Verstandeserkenntnis. Was von der sinnlichen Wahrnehmung gefordert wird, muss auch vom Denken verlangt werden können.

Genauso wie dem Gewühl von Sinnesempfindungen die apriorischen Prinzipien Raum & Zeit zugrunde liegen,

müssen dem Denken bestimmte Denkforman zugrunde liegen, (apriorische Begriffe) die im Verstand alleine als ihren Geburtsort aufzusuchen sind“

Voraussetzungen:

Sie dürfen nicht:

- von der Erfahrung abhängig sein

- zur Sinnlichkeit gehören

- nicht zusammengesetzt sein & müssen die Wirklichkeit vollständig abdecken.

2.a.1. Das `Ding an sich`

„ Wir können über die Gegenstände 'an sich' nichts Sicheres sagen,

denn sie gehören zu den 'Dingen an sich',

die dem Menschen niemals zur Verfügung stehen werden,

weil der Mensch sie weder mit seinen Sinnen,

noch mit seiner Vernunft je voll begreifen kann.

Die Vernunft kann nur das an der Natur erkennen, was sie vorher in sie hineindenkt….“

 

Z.B.: Stell Dir vor…

- Du schaust durch ein Teleskop,

- du siehst einen blassen blauen runden Fleck,

- jemand sagt Dir: „ dreh links am Rädchen“

- du drehst & langsam siehst du:

- der Fleck leuchtet, dann

- der Fleck erscheint wie ein Stern, dann

- der Fleck hat Schatten & Ausbuchtungen,

- der Fleck ist eher ein Planet, dann

- der Fleck hat Ringe

=Der Fleck ist der Saturn!

= Produktion des Verstandes

Kurz:

Der Verstand produziert bei den Begriffen:

-Fleck -Stern -Planet -Ringe

das Ergebnis Saturn (vorausgesetzt der Teilnehmer weiß, dass der Saturn Ringe hat)



Fazit:

Das, was wir Saturn nennen, hat sich nach Deinem Verstand gerichtet.

Der Saturn 'an sich' hat sich natürlich nicht geändert.

Jede Erkenntnis besteht aus Sinneswahrnehmungen & Verstand,

denn die Sinnlichkeit ist auf den Verstand angewiesen &

der Verstand auf unsere Sinne.